so high school (taylor swift) | 1. november 2025 |
Als ich im August im Flugzeug sass, war eine der häufigsten Fragen, die mir durch den Kopf schwirrten, wie mein Geburtstag in Kanada aussehen würde. Und oftmals gelangte ich zu keinem wirklichen Resultat, manchmal waren da Bilder, die aufblitzten, doch zumeist verschwanden sie genauso schnell, wie sie gekommen waren. Ein Kuchen, vielleicht mit Buttercreme – doch wer würde diesen zubereiten? Sicher nicht ich, ansonsten würde ich wohl am 2. November wegen Brandstiftung wieder nach Hause geschickt werden. Leute, die im Wohnzimmer den Text von Sixteen Candles mitsingen – doch wen würde ich überhaupt einladen? Die Vorstellung dieses Tages war wie ein verschwommenes Bild, versteckt hinter einem bleischweren Vorhang, den ich einfach nicht zur Seite ziehen konnte; zu viel Ungewissheit zog ihn zum Boden hin.

Und doch, auch wenn ich mir noch lange, während ich bereits in Kanada angekommen war, nicht vorstellen konnte, wie mein Geburtstag aussehen würde, wurde er genau das, was ich mir insgeheim in meinem Unterbewusstsein erhofft hatte – und vielleicht sogar mehr. Der Tag startete gut, im Bett sitzend, Halloween-Candy vom Vorabend essend, am Telefon mit meiner Familie. Kurz darauf ging es dann aber auch schon los ins Training – Gym, Tanzen und Eis. Ich genoss es aber auch sehr, den Tag mit den Dingen starten zu können, die ich am liebsten tue. Im Training auf dem Eis erhielt ich auch schon mein erstes Geburtstagsgeschenk: ein sauberes Programm.
Nach dem Training musste ich effizient sein. Mit dem Bus fuhr ich nach Hause und bereitete einige letzte Details für die anstehende Party vor. Und kurz darauf trafen auch schon meine Gäste ein – wir hatten das Haus für uns, da meine Gasteltern zu einer Hochzeit gefahren waren.
Der Abend war wunderschön, gefüllt mit Gelächter, guter Musik und dem unverkennbaren Duft nach heruntergebrannten Geburtstagskerzen. Wir assen zu viel, tanzten komisch und sangen so schief, wie es nur ging – denn das macht das Leben manchmal so lebenswert. Denn in all diesen Unperfektheiten, einer angebrannten Rose auf dem Kuchen, dem einen fehlenden Strohhalm und der Übelkeit, die wir alle nach dem zweiten Stück Kuchen spürten, findet man oftmals erst die Schönheit, die das Leben überhaupt mit sich bringt.

Mein Geburtstag war ein komischer Tag – ich fühlte mich zugleich verloren, irgendwo zwischen der Schweiz und Kanada, aber auch so geborgen wie selten zuvor, da ich wusste, dass ich nun auch hier eine Art Zuhause gefunden habe. Wobei dieses Zuhause nicht unbedingt einem Ort, sondern vielmehr den Menschen entspricht, mit denen man seine schönsten, aber auch schwersten Momente verbringt – die Momente, in denen man sich selbst feiert, aber auch jene, in welchen man sich am zerbrechlichsten fühlt.

Und so passierte im Endeffekt alles ganz schnell – bittersweet sixteen suddenly.



